Der Blutdruck des Torwarts beim Elfmeter



Bild: Smart Textiles Corp

 

Heute bereits arbeiten Forschungsinstitute und Unternehmen an einer Generation von Textilien, bei denen elektronische Komponenten direkt in das Gewebe integriert sind und die wegen der eingebauten Intelligenz auch als “Smart Textiles” bezeichnet werden.

 

Die Technologie basiert auf winzige Chips und Sensoren, die auf die textilen Gewebe aufgebracht werden, während in den Stoff eingewebte feine Leiterbahnen für die elektrischen Verbindungen sorgen.

Eine dieser Anwendungen ist eine Jacke, die mit einem sprachgesteuerten MP3-Player bestückt ist. Die Elektronik ist direkt in den Stoff eingearbeitet und so verpackt, dass ein Waschen schadlos überstanden wird. Die Waschanleitung könnte in Form eines ebenfalls waschmaschinenbeständigen elektronischen Etiketts eingewebt und von der “intelligenten” Waschmaschine der Zukunft berührungslos gelesen werden.

Bekleidungsprodukte werden künftig zunehmend intelligente Funktionen übernehmen. Mikrosystemanwendungen machen es möglich, Belange bezüglich Gesundheit, Wohlbefinden, Freizeitvergnügen und Kommunikation in die Kleidung zuintegrieren, aber auch eine Schutzwirkung gegen elektromagnetische Strahlung, Barriereeigenschaften gegen Flüssigkeiten oder sogar den Ersatz von körpereigenen Organen zu realisieren. Smart Textiles gehen noch einen Schritt weiter, hier agieren die Gewebe selbst als Lautsprecher oder Mikrofon.

Weitere Anwendungsfelder für “Smart Textiles” sind Thermogeneratoren, die aus Körperwärme Energie gewinnen sowie intelligente Lösungen für die Alten- und Krankenpflege. Der Einsatz von Thermogeneratoren ist zurzeit auf Chipsysteme mit extrem geringem Leistungsverbrauch begrenzt, bietet aber wegen seiner vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten – insbesondere im medizinischen Bereich – eine Reihe von viel versprechenden Perspektiven.

So könnten zum Beispiel Vitaldaten, die über Sensoren in der Kleidung gemessen werden, unmittelbar an Übertragungsgeräte gesendet werden. Damit ist die Fernbeobachtung Pflegebedürftiger durch den behandelnden Arzt oder eine Einsatzstelle möglich. Auf diese Weise könnte auf Unregelmäßigkeiten schneller reagiert und durch ein rechtzeitiges Eingreifen Leben gerettet werden.

Kaum zu glauben, woran in den Labors derzeit geforscht wird: So wird die Bekleidung der Zukunft möglicherweise sehen (Bewegungswahrnehmung) und fühlen (Überwachung von

Körperfunktionen). So könnten künftige Trikots Herzfrequenz und Blutdruck eines Fussballspielers überwachen und die Daten zum Mannschaftsarzt übertragen. Der kann dann dem Trainer Auswechslungstipps geben, schon bevor der erste Krampf kommt.

Die Einführung solcher Funktionsklamotten erwartet Hohenstein in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Auch beim Bochumer Klaus-Steilmann-Institut (KSI), ist man vom Erfolg überzeugt: "High-Tech-Fashion kann und wird den Modemarkt so revolutionieren wie Mikrochip und PC, Handy und Internet unser gesamtes Leben verändert haben“, prognostiziert Prof. Wolf D. Hartmann, Institutsleiter in Bochum.

 

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